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Texte zu den Themen Arbeitsplatz, Familie, Nachbarschaft aus der Sicht des Mediators

Wut macht hässlich

Über die Kollateralvorteile der Videokonferenzen

Sehr geehrte Leserinnen und Leser!
ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, daher mutmaße ich nicht diesbezüglich, sondern stelle schlicht meine persönlichen Erfahrungen in den virtuellen Schaukasten.

Seit nun doch schon bald einem Jahr arbeite ich zu einem viel zu großen Ausmaß von zuhause, telefoniere oder nutze die Möglichkeiten der Videokonferenzen bei meiner Tätigkeit als Mediator. Viel gibt es schon hinsichtlich der Sicherheit diverser Tools geschrieben, hier verweise ich nur auf ein in Kürze im LINDE-Verlag erscheinendes Buch zur Mediation.

Nein, diesmal möchte ich auf einen bisher unbeachteten Kollateralvorteil des Videokonferenz zu sprechen kommen, der Selbsterkenntnis.

Sehe ich mich selber im Spiegel oder eben in diesem Fall am Bildschirm reden, so macht das etwas mit mir. Ich erkenne meine Gestik, meine Mimik und kann aus ihr lernen. So kann ich auch unterm Reden meine eigenen Hände besser beobachten, kann meine Körpersprache insbesondere im Vergleich zu den anderen Teilnehmern der Konferenz beobachten.  So wird eine Videokonferenz auch neben der Konfliktlösung der Beziehungspflege und dem Informationsaustausch darüber hinaus auch noch zur Selbsterkenntnis.

Das folgende Gedankenspiel kam mir kürzlich in den Sinn:
Wut macht hässlich, davon gehe ich einmal aus. Man will sich wohl kaum selber hässlich erleben…. eine weitere Annahme…

"Anger" by Isengardt is licensed under CC BY 2.0
„Anger“ by Isengardt is licensed under CC BY 2.0

Nun kennen wir das alle, man erhält einen Anruf, der schon lange mehr oder weniger ängstlich erwartet wird, man „begrüßt“ den Anrufer bereits in einem gereizten Ton und legt so dem berühmten Hammermann-Beispiel von Paul Watzlawick gleich die Rutsche für eine gediegene Eskalation in Lautstärke, Ton und inhaltlichen Belangen.
haben wir jedoch einen wichtigen – auch durchaus emotionalen – Termin, so hilft der permanente Spiegel des Bildschirms, die Mimik, Gestik und so auch den Tonfall unter Kontrolle zu behalten. Vielleicht nicht primär aus Höflichkeit gegenüber dem Vis-a-Vis sondern schlicht aus persönlicher Eitelkeit.  Und schon haben wir den erwähnten Kollateralvorteil.

Nein, es sind keine im positiven berauschenden Zeiten, in denen wir aktuell leben. Gerade die Arbeit jener, die den unmittelbaren Kontakt zu ihren Kunden, Klienten, Medianden, Coachees und schlicht, ihren Mitmenschen wie den sprichwörtlichen Bissen Brot benötigen, ändert sich gerade massiv-aufgrund der pandemiebedingten Vorsichtsmaßnahmen. Doch.. auch hierin liegen Chancen. Videokonferenzen sind nicht nur die 2. Beste Variante, sondern sie bieten auch eigene Möglichkeiten, die es zu nutzen gilt. Erkennen wir die Chancen, die Unerfreulichkeiten drängen sich ohnehin von selber auf, um sie brauchen wir uns nicht zu kümmern.

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 18. Februar 2021 von in Allgemein, covid19, Video und getaggt mit , , , , , , , , , , , , , , .
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