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Texte zu den Themen Arbeitsplatz, Familie, Nachbarschaft aus der Sicht des Mediators

Danke für jeden Fehler

 

Also, es wird den Leser alleine schon angesichts der oftmals schandhaften Fehlerhaftigkeit meiner Artikel nicht verwundern… Ihr Autor und Mediator hat Fehler. Nicht auf alle möchte ich eingehen, wenngleich ich ihnen zu 95% dankbar bin. Fehler machen menschlich, ihre Überwindung und ihre Lehre bringen mich weiter. Gelungene Erlebnisse und Aufträge sind erfreulich, misslungene werden im Endeffekt zu großartigen Lehrern, wenn man ihre Aussage versteht.

Der Gedanke zu diesem Text streifte mich im Rahmen einer kürzlichen Unterhaltung mit einem scheidungswilligen Ehepaar, welche in ihrer gelassenen Art richtiggehend demonstrierten, wie mit der aktuellen Situation umzugehen ist. Nein, es war nicht alles eitle Wonne, die Zukunft war auch alles andere ist klar. Die eine oder andere kritische Frage wurde gestellt und auch durchaus mit Stirnrunzeln beantwortet. Und doch wurde klar, die beiden haben es geschafft. Sie haben es geschafft, in der ehelichen Beziehung zu scheitern und dennoch einen guten Ton auf der Elternebene zu wahren. Was für eine Vorbildwirkung für ihre Kinder.
Ich rede dabei nicht (was im höchsten Grad zynisch wäre) von der Vorbildwirkung einer Scheidung, sondern davon, dass gerade in einer Situation, in welcher sich persönliche Zielvorstellungen in Luft auflösen und Träume zerbrechen der Kopf nicht in den Sand gesteckt wird, um dort vielleicht Schutz vor der Realität zu suchen, sondern vielmehr dazu verwendet wird, um dem Leben mit all seinen Wirrnissen eine neue Chance zu bieten. Scheitern als Korrekturmöglichkeit im Lebenslauf zu erkennen und daraus zu lernen.
Es war meiner Wissens nach das Erfindergenie Thomas A. Edison, der meinte: „Ich bin nicht 1000 mal gescheitert, ich habe 1000 Wege entdeckt, wie es nicht geht!“

Auch aus der persönlichen Beschäftigung mit innerfamiliärem Scheitern kann man gestärkt hervor gehen. Sicherlich sind perfekte Eltern ein wundervoller Rückhalt auf den man mit Recht stolz sein kann, doch sind sie auch eine große und schwere Bürde. Wurde und wird jede einzelne Lebensentscheidung schlicht perfekt getroffen, so wäre der Erwartungsdruck auf die Nachkommenschaft nahezu unmenschlich.
Eine ehrliche Sichtweise erleichtert möglicherweise: Fehlerlose Menschen sind so selten, wie heutzutage plastikfreier Sand am Meer. Gerade jene, die wir in Gesprächen für ihre Lebensweisheiten und die Nachhaltigkeit ihrer Entscheidungen bewundern, haben gezweifelt, gefehlt und sind gescheitert. Und sind aufgestanden.
Und selbst wenn es nur darum geht, auch die eigene Fehlerhaftigkeit zu akzeptieren. Ja, es darf auch gelegentlich sein, dass ich nicht alles korrekt mache, dass meine Gedanken und meine Worte den richtigen Pfad verlassen. Solange ich am Ende des Tages mein Handeln reflektiere und die Lehren daraus ziehe.
Wie soll man denn aus Perfektion lernen? Sie hat so wenig mit uns….. – nein, ich will nicht für Sie, liebe LeserInnen sprechen –  sie bringen mich weiter. Ich persönlich kann so weit mehr daraus lernen, wenn ich einen Anknüpfungspunkt an meine eigenen Schwächen finde. Meine Schwächen sind der Haken, an dem das Rettungsseil ansetzen kann, an dem mich mein Vorbild dann herausziehen kann. Woher er diesen Haken kennt? Weil er ihn selber auch hat.
Fehlerlose Perfektion hat keinen Haken, und doch braucht man genau diesen, um sich festzuhalten.

Haben wir keine Angst vor Fehlern, haben wir auch vor dem Scheitern keine Angst. Angst richtet darüber hinaus den Fokus gleich dem oftzitierten Kaninchen auf die Scheiter-Schlange und garantiert so, dass der Weg direkt in ihr Maul führt.
Sicherlich sollen wir versuchen, nicht zu scheitern, sondern unsere Ziele gut zu erreichen. Doch entstehen nicht nur die besten Geschichten aus der Überwindung der Krisen des Lebens. Die Hürden des Alltags werden am Schluss zu guten Trainingsgeräten und stärken uns am Weg zu unsere Ziel.

Als Mediator will ich Sie gerne verstehen, daher…. fange ich gern einmal bei mir selber an.

 

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 30. August 2018 von in Allgemein, Mediation und getaggt mit , , , , , , , , , , , , , , , , .
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