mediationwanderer

Texte zu den Themen Arbeitsplatz, Familie, Nachbarschaft aus der Sicht des Mediators

Mediation im Zusammenhang mit Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung?

Nein, Mediation ist nicht unbedingt bei einer Patientenverfügung oder einer Vorsorgevollmacht nötig. Das kann man sich schon selber mit jenen ausmachen, denen man sein Leben beziehungsweise sein Wohl anvertrauen möchte.

Während die Patientenverfügung[1] dem Arzt eine Art Anleitung geben soll, wie er denn im Falle, dass der verfügende Patient nicht mehr äußerungsfähig sein sollte mit dessen Behandlung fortfahren sollte. Sollen dann alle möglichen und zur Verfügung stehenden Mittel eingesetzt werden, um das Leben zu verlängern oder gibt es Behandlungsmethoden, welche der Patient ablehnt.
Es bedarf hier (zumindest für die verpflichtende Verfügung) auch einer ärztlichen Aufklärung über die zum Zeitpunkt der Beratung möglichen lebensverlängernden Maßnahmen, nachdem der Patient hier eine sehr schwerwiegende und weitreichende Verfügung nur gut beraten treffen soll.

20180209_092155

LINKSAMMLUNG

http://www.patientenverfuegung.or.at/
Arbeitsbehelf zur Patientenverfügung
Formular Patientenverfügung Stand 9.2.18
Nachdem es bei der Patientenverfügung auch nicht um ein zweiseitiges Rechtsgeschäft handelt, sondern eine einseitige Aussage des Verfügenden, ist die Entscheidung freilich ausschließlich dem Verfügenden überlassen. Dennoch wären Gespräche zwischen dem Verfügenden und seinen Vertrauenspersonen wichtig und können begleitet werden. Stehen möglicherweise ethische Fragen, religiöse Aspekte oder auch juristische Bedenken im Raum und müssen angesprochen werden? Hier ist es wichtig, nicht nur dem Wunsch der verfügenden Person unbedingten Vorrang zu geben, sondern auch allfällige persönliche Hindernisse bei jenen Personen einzubeziehen, welche als Vertrauenspersonen genannt werden. So wäre die Ablehnung einer Herz-Lungenmaschine hier im möglichen Konflikt zu der religiös motivierten Einstellung der Vertrauensperson, Leben unter allen Umständen zu verlängern. Allfällige Unvereinbarkeiten müssen rechtzeitig besprochen werden um in Zukunft keine Hindernisse darzustellen.

Nein, nicht unbedingt im Rahmen einer formellen Mediation, doch schaden die Erkenntnisse und die Regeln der Mediation nicht, um alle möglichen Aspekte zu beleuchten.
Auch für den Fall, dass beispielsweise mehrere Kinder für die Vollmacht in Frage kommen und entweder nur eines davon die Verantwortung übertragen bekommen soll, oder auch alle gemeinsam oder in gewisser Reihenfolge. Hier kann es möglicherweise zu Unstimmigkeiten kommen, wenn die Kinder im besten Wissen und Gewissen zu unterschiedlichen Auffassungen kommen. Hier tut Gespräch und entsprechende Unterstützung Not.

Die Vorsorgevollmacht ist im Vergleich zur reinen Patientenverfügung eine umfangreichere Erklärung. In ihr werden weniger Anleitungen gegeben, sondern wird eine Vollmacht für den Fall erteilt, dass die vollmachtgebende Person die Geschäftsfähigkeit, der Einsichts- und Urteilsfähigkeit oder der Äußerungsfähigkeit verlieren sollte. Für diesen genau definierten Fall kann nun eine Person genannt werden, welche im Sinne des Vollmachtgebers (der Vollmachtgeberin) die Entscheidungen trifft. Im Rahmen eines Formulars können weitgehende Anleitungen bis hin zum Verkauf der Wohnung zu Zwecken der Finanzierung der Pflege gegeben werden, doch ist es wichtig, dass auch hier ein eingehendes Gespräch nicht nur mit dem beratenden Arzt und dem Anwalt/Notar/Vertreter des Vetretungsnetzes stattfindet, sondern eben auch mit jener Person genau über die Wünsche des Vollmachtgebers gesprochen wird.

 

Linksammlung Stand 9.2.18

Inhalt und Tipps zur Errichtung
Justiz.gv.at zur Vorsorgevollmacht
Aus eigener Erfahrung sowohl in der Beratung wie auch privat weiß Ihr Autor um die Bedeutung des Gesprächs in der Vorbereitung der Vorsorgevollmacht. Nur so werden die Wünsche des Vollmachtgebers klar, können mit dem/-r Bevollmächtigten abgesprochen werden. Die Alternative, dass man zwar mit einer entsprechenden Vollmacht und dem damit verbundenen Vertrauen ausgestattet ist  und eben nicht genau um die Wünsche des Vaters/derMutter oder des Partners weiß, wäre unerfreulich. Daher ist hier eine intensive Auseinandersetzung anzuraten.
Wer sich einmal das umfassende Formular angesehen hat, weiß was ich meine.

. Erfahrung in Mediation und Familienberatung hilft dabei, es geht schließlich um eins der wirklich wichtigen Dokumente.

 

für Fragen bzw. Kontakt

[1] https://www.bmgf.gv.at/cms/home/attachments/4/8/9/CH1096/CMS1160730474485/formular_patientenverfuegung.pdf (Stand 9.2.18)

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: