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Texte zu den Themen Arbeitsplatz, Familie, Nachbarschaft aus der Sicht des Mediators

Gedanken zur kulturübergreifenden Mediation

Als Bewohner einer Großstadt wie Wien erlebt man das Aufeinandertreffens der unterschiedlichen Kulturen auf die unterschiedlichste Art und Weise. Gehe ich kürzlich über den Stock im Eisen Platz im Zentrum so sehe ich Touristen vor einem hoch erhobenen Buch knien. Folgt man seinen stereotypisierten Gedanken, so sucht man vergeblich den Gebetsteppich und lauscht dem Gebetsaufruf.. Doch NEIN, es handelt sich dabei nicht um Gläubige aus dem Morgenland, sondern viel mehr um Koreanische Touristen, die ihr in ein Buchcover gepacktes Tablet als Kamera verwenden und ein Foto des Stephansdomes festhalten.

Freilich haben wir unsere Erfahrungen, unsere Meinungen, die durch persönliche Erlebnisse, Gespräche und all jene Information, die wir tagtäglich aus den Medien eingetrichtert erhalten. All dies enthebt uns aber keinesfalls der Verantwortung, selber auch die Augen aufzumachen, die Ohren dem Positiven zu widmen und stehts den grünen Zweig dem grauen Grenzbalken vor dem eigenen Auge vorzuziehen.

Als Mediator faszinieren mich freilich die Unterschiede, die Diversitäten der Menschen. Zwischen Mann und Frau, Jung und Alt, Wien und Kärnten. Und auch beispielsweise die Herausforderungen an das Zusammenleben zwischen unterschiedlichen Kulturen. Ich gehe davon aus, dass im Endeffekt die Bedürfnisse der Menschen – bei allen kulturellen Unterschieden – deckungsgleich sind. Zugegebenermaßen… manchmal irre ich in dieser Annahme, aber dieser Irrtum läßt sich keineswegs an kulturellen Merkmalen festmachen, sondern liegt über alle Herkünfte in den Persönlichkeiten der Medianden begründet.

Was eint, ist der Wunsch nach Ruhe, Schon auch in der Physik lernt man, dass alles Chaos im Endeffekt nach Ruhe strebt, somit auch der Mensch. Sie wird unterschiedlich definiert, wird von Person zu Person, von Kultur zu Kultur anders erlebt und doch… alle streben sie an. Wie diese Ruhe, sei es im familiären Umfeld, am Arbeitsplatz oder auch in den eigenen 4 Wänden erreicht wird, ist individuell verschieden, doch.. sie ist das grundsätzliche Ziel der Medianden.

Vielleicht ist weniger das allumfassende Verständnis der fremden Kultur der Schlüssel zu einem vernünftigen Miteinander, sondern viel mehr die Akzeptanz, dass alle im Endeffekt nach Ruhe und Glück streben. auf den unterschiedlichsten Wegen.

So kann auch freilich jeder von der Herangehensweise des anderen lernen, kann ein wenig profitieren. So werden frühere Konfliktgegner zu Lehrern und später vielleicht zu Freunden. In einer idealen Welt. Die es zu erreichen gilt.

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Ein Kommentar zu “Gedanken zur kulturübergreifenden Mediation

  1. Binder Wolfgang
    19. Oktober 2014

    gefällt mir, wenn ich auch nicht alle Annahmen teile

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