mediationwanderer

Texte zu den Themen Arbeitsplatz, Familie, Nachbarschaft aus der Sicht des Mediators

Wieso werden wir gebraucht?

Let’s be honest, sind wir ehrlich… Eigentlich bräuchte es in einer perfekt demokratischen Gesellschaft, die idealerweise ihre Mitglieder achtet, in welcher der kategorische imperativ gilt und die Nächstenliebe primäres Gebot ist, keine Mediatoren.
Naja vielleicht zur Konsensfindung in sehr komplexen Materien, aber sicher nicht im klassischen Konfliktfall.
Kann man daraus etwas zum Stand unserer Gesellschaft sagen? Eins jedenfalls: wir sind immerhin reif für eigenverantwortliche Lösungen.
Wieso aber wirken die Wege der Mediation so gut?
Ist es, weil den Menschen schlicht der Kostendruck der gerichtlichen Lösung zu beängstigend scheint? Sicher auch, aber nicht primär.
Mir persönlich scheint der große Bonus unserer Arbeit für unsere Klienten zu sein, dass sich meine Kollegen und ich auch um die Hintergründe kümmern. Wir hören zu, nehmen die Klienten wahr. Eine jede Regung, jeder Räusperer kann bedeutend sein. Daher achten wir darauf. Unmittelbares präsentes Feedback auf die Befindlichkeit des Gegenübers. Was oft in Beziehungen, im Alltag, Job oder auch im Wohnhaus fehlt wird in der Mediation geschenkt.
Darüber hinaus eint ein Wort über alle Konfliktthemen die gelungenen Mediatoren: die Wertschätzung.
Wertschätzung der Medianden sollte als Dienstleister selbstverständlich sein, Gegenseitiger Respekt, Interesse an den Anliegen der Parteien und Offenheit den Themen des Vis a Vis gegenüber.*

Offenbar aber mangelt es im täglichen Umgang den Parteien untereinander an diesen Eigenschaften. Umso wichtiger ist es, das stets vorhandene Bedürfnis  danach zu erspüren, ernst zu nehmen und auch vorsichtig zu thematisieren. Zeigen wir den Medianden unseren Respekt bezüglich ihres Leidensdruckes, Interesse dem Konfliktthema gegenüber und Offenheit für alle Entwicklungen, welche sich im Rahmen des Prozesses ergeben.

Die Klienten haben das Bedürfnis, in Ihrer Wahrnehmung der Probleme ernst genommen zu werden, doch gelingt dieses nicht immer im persönlichen Konflikt mit dem Gegenüber. Zu schnell sind die Stufen der Eskalationstreffen erklommen. Um dieses Bedürfnis zu erspüren, es zentral in den Raum zu stellen und ihm zum Durchbruch zu verhelfen, dafür nutzen viele die Mögliichkeiten der Mediation.

Gut so.

* Diese Trias bezeichnet Ihr Autor gerne als RIO-Prinzip

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 11. Februar 2014 von in Allgemein.
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